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Bergtiger zu mächtig für die Berlin Kobras
Erstellt am:  27. Mai 2007
Tags: keine
Kategorie(n): Newsarchiv 2007

Am Pfingstsonntag blickte der Wettergott auf das Harzstädtchen und drückte den Bergtigern die Daumen. Bei bewölktem Himmel und dennoch angenehmen Temperaturen empfingen die Harzer ihren dritten Gegner der diesjährigen Regionalliga Saison. Mit den Berlin Kobras kam das Team, dass, genau wie die Mountain Tigers, gerade erst aufgestiegen ist.

Da sich beide Mannschaften aus der letzten Spielzeit noch genau in Erinnerung haben, konnten die Zuschauer einen spannenden und engen Spielverlauf erwarten, doch es kam ganz anders und ein Rekord wurde auch aufgestellt.

Berlin gewann, vor rund 350 Zuschauern am Gießerweg, den Münzwurf und entschied sich für das erste Angriffsrecht. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte. Die Abwehr der Harzer war von Beginn an aggressiv und konzentriert und Berlin musste sich bereits, nach 3 Versuchen 10 Yards zu überbrücken, vom Ball trennen. Der Punt landete in den Armen von Max Steuer (#80), der in unnachahmlicher Weise die Lücken in den Berliner Reihen fand und mit einem Sprint über die linke Seite zum 6:0 in die Punkte rannte. Nach gut 2 Minuten der erste Schock für die Gäste aus der Hauptstadt. Heimkehrer Andreas Janko (#22), der seine College- Sommerferien bei den Bergtigern verbringen wird, zeigte sich als Kicker von seiner gewohnt sicheren Seite und beförderte den Ball zum Zusatzpunkt durch die Torstangen. 7:0 und ein perfekter Einstieg in eine am Ende deutliche Partie.

Nach dem Kickoff kam wieder die Defense der Tigers auf den Platz. Erneut, nach nur 2 Angriffs-Versuchen der Berliner, pickte Andre Zertani (#81) einen Pass des Berliner Spielmachers aus der Luft und beförderte den Ball Richtung gegnerische Endzone und wurde aber noch kurz davor gestoppt. Die Offense kam auf den Platz, nach einem kurzen Lauf über die linke Seite durch Toni Barthauer, hieß´es wieder Touchdown  Tigers. Kicker  Janko erhöhte zum 14:0.

So ging es weiter. Berlin trennte sich, kurz vor der eigenen Endzone stehend, noch einmal per Punt vom Ball und es kam die Offense-Abteilung der Wernigeröder auf den Platz. Mit einem langen Lauf über knapp 30 Yards durch Marko Brinkmann (#31) klingelte erneut die Alarmglocke der Kobras.

Zwei Spielzüge später sah der bestens eingestellte Quarterback Max Meyer (#7) die Chance in der Mitte des Berliner Rückraumes und bediente den völlig unbedrängten Widereceiver Jens Mollnau (#86) über 29 Yards zum 20:0. Andreas Janko traf zum 21:0.

So ging es ins 2.Viertel und Wernigerode machte keine Anstalten, auch nur im Geringsten den Spielfaden abzugeben. Berlin brachte nichts zu Stande und schien resigniert. Die Bergtiger indes holten läuferisch ein First-Down nach dem anderen und mit Marko Brinkmann (#31) die nächsten Punkte. Janko zum Extrapunkt: 28:0.

Noch einmal vor der Pause arbeitete sich die Offense, durch perfekte Blockarbeit der Offense-Line, mit guten Läufen der Runningbacks über das Feld. Mit einer halben Minute verbleibender Zeit der ersten Hälfte, überquerte Quarterback Max Meyer die Punktelinie und krönte seine Leistung mit dem 34:0. Der anschließende Versuch, per Pass auf den freien Receiver Jens Mollnau, zu 2 Zusatzpunkten zu kommen, gelang sicher, doch ein Fehler in der Formation bedeutete eine Nichtanerkennung und 5 Yards Raumstrafe. Somit war es wieder einmal der sichere Andreas Janko, der zum 35:0 vollendete. Nun kam die Pause.

„Jetzt kriegen die Rookies und die Heimkehrer ihre Chance,“ lautete der Plan der Coaches, nach einer kurzen Analyse des Gesehenen. Die bis dahin mehr als blass gebliebenen Berlin Kobras hatten noch keine echte Gefahr dargestellt, sodass diese Entscheidung folgerichtig dazu diente, die Spielerfahrung des jungen Teams zu erhöhen.

Die Tigers spielten frei auf, ohne jedoch im 3. Quarter zu Punkten zu gelangen. Den Gästen auf der anderen Seite ließen sie aber immer noch keine Möglichkeiten ins Spiel zu kommen.
Das 3. Viertel endete mit einem Punt der Bergtiger, getreten von Andreas Janko, der an der Berliner 10 Yardlinie im Feld aufkam und 2Yards vor der gegnerischen Endzone ins Aus sprang. Seitenwechsel und „Erster und 10 an der eigenen 2“ hieß es dementsprechend aus der Sicht der Hauptstädter. Eine gute Ausgangsposition für die Heimmannschaft, die mit ihrer Defense das Spielgeschehen bestimmte. Und richtig, Defensive End Michael Schulze (#8), brachte den Berliner Quarterback in dessen eigener Endzone zu Boden. 2 Punkte (Safety) und Angriffsrecht für Wernigerode.
Die Krönung der gesamten Abwehr war zu guter Letzt doch noch erreicht. Leider verletzte sich der Spielmacher der Hauptstädter bei dieser Aktion am Fuß und musste ausgewechselt werden.

Kai Brand (#13) kehrte nach langer Pause auf den Rasen zurück und übernahm nun das Ruder der Tigers- Offense. Sichtlich nervös begann er die ersten Spielzüge, kam dann aber in die bekannte Spiellaune und führte das Team über das Feld. Mit Andreas Kopytziok (#20), der über knapp 15 Yards in die Endzone der Berliner eindrang, meldete sich ein weiterer Rückkehrer eindrucksvoll zum Spielstand 43:0 zurück. Die 2-Point-Conversion wurde wieder wegen einer Strafe als nicht gut erkannt und somit blieb es beim 43:0.

Der folgende Kickoff durch Andreas Janko segelte, genau wie alle anderen, weit übers Feld und so starteten die Gäste von der eigenen 20 Yardline. Kräftemäßig und psychologisch am Ende, ohne etatmäßigen Quarterback, versuchten die Kobras gegen die unüberwindliche Harzer Abwehrwand Meter zu machen, doch die schafften sie nur im Rückwärtsgang und landeten nach dem 3. Versuch nur wenige Meter vor der eigenen Endzone. Der Snap zum befreienden Punt geriet zu hoch, segelte nach kurzem Antippen durch den Kicker hinter der Grundlinie ins Aus.
Wieder ein Safety, 2 Punkte und Ballbesitz für Wernigerode. Wer es bis jetzt nicht begriffen hatte, sah die Enttäuschung auf den Gesichtern der Berliner. Die Frustration der Berliner zeigte sich schließlich in einigen unschönen Aktionen, die in dieser Phase zu 30 Yards Raumgewinn für Wernigerode führten. Ein gelungener Touchdown-Pass über 10 Yards, von Kai Brand auf Max Steuer (#80), wurde wegen einer Strafe gegen die Offense aberkannt Doch im Nachgang besorgte Kai Brand mit einem Sweep (Lauf über Außen) die Punkte in Eigenregie. 51:0.

Den Endstand markierte im dritten Anlauf schlussendlich Andreas Janko mit seinem Extrakick. 52:0, ein Sieg in unerwarteter Höhe, wenn auch verdient. Ausgelassen feierten die Spieler im Anschluss mit ihren Fans, bis, wie hätte man es auch besser wünschen können, der Regen einsetzte.

„Wahnsinn. Ein tolles Spiel. Vielleicht etwas zu einseitig für die Zuschauer, aber ansonsten zeigte sich das Engagement jedes einzelnen Spielers,“ resümierte Ralf „Arno“ Lange. „Nächsten Samstag muss sich diese Geschlossenheit noch einmal beweisen, wenn wir nach Leipzig fahren. Der psychologische Faktor sollte uns helfen, nachdem Leipzig in Neubrandenburg mit 26:7 verloren hat und wir das einzige, noch ungeschlagene Team dieser Liga sind. Darüber hinaus haben wir einen Rekord aufgestellt, denn in der gesamten Geschichte der Regionalliga Ost hat es noch nie ein Aufsteiger geschafft, die 3 ersten Spiele der Saison zu gewinnen und einen solchen Start hinzulegen. Ich glaube, das beunruhigt unsere Kontrahenten schon ein wenig. Sonst säßen hier nicht Abgesandte aus Leipzig und Magdeburg.“

Alejandro Ferrer meint darüber hinaus: „Es läuft im Moment einfach richtig gut. Wir wollen das solange wie möglich aufrecht erhalten. Im Moment könnte alles passieren. Wir spielen ein Spiel nach dem anderen und sind absolut relaxt. Keiner baut eine Erwartungshaltung auf, die unnötigen Druck erzeugt. Das ist gut.“

Ob die Stimmung anhält wird man sehen, wenn es am kommenden Samstag in Leipzig gegen die Lions zu bestehen gilt.

Silvio Feuerstacke/Jens Mollnau
Wernigerode Mountain Tigers e. V.
E-Mail: verein@mountain-tigers.de