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Brockenbowl XVII
Erstellt am:  17. März 2010
Tags: Brockenbowl
Kategorie(n): Brockenbowl

Bergtiger verteidigen den Brockenbowl-Titel

Am vergangenen Samstag tobte die Harzlandhalle in Ilsenburg, als um kurz vor 11 Uhr die Teilnehmer des 17. Brockenbowl das Parkett betraten und als gegen 19 Uhr bei der Siegerehrung die Wernigerode Mountain Tigers zum 2. Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt die begehrte Trophäe in Empfang nahmen.
In der Zwischenzeit verfolgten die knapp 400 Zuschauer  überaus spannende und actionreiche Begegnungen, die von allen Fans lautstark und fair bejubelt wurden.

Nach einer kurzen Begrüßungsansprache durch den AFVSA Landesverbandsvorsitzenden Ralf Lange, ging es auch gleich stürmisch zur Sache.

Den Auftakt machten die Hausherren und trafen dabei auf den norddeutschen Gast, die Wilhelmshaven Jade Bay Buccaneers. Das von Coach Jens Mollnau ausgegebene Ziel, erreichen des Halbfinales, wurde von den Bergtigern auch gleich angepackt.
Unter der Führung von Quarterback Marvin Kellerhoff (#7) zeigte die Offense der Harzer, wen es heute zu schlagen galt. Gleich im ersten Drive kamen die ersten Punkte durch Marcel Bremer (#82) und Andreas Kopytziok (#20) zur 8: 0 Führung. Nach einem kurzen aber nicht weniger eindrucksvollen Intermezzo der bärenstarken Defense, waren es wieder Kopytziok und Bremer, die zum 16:0 erhöhten.
Die Buccaneers machten nun mehr Druck, blieben aber unter dem Strich gegen die Harzer Abwehr erfolglos. Kurz vor Schluss der Partie waren  es dann Mirza Kobilijakovic (#31) und der ordentlich agierende Marvin Kellerhoff, die zum 24:0 Endstand punkteten. Das Halbfinale war somit bereits in greifbarer Nähe.

Die zweite Partie bestritten die Hallenexperten der Göttingen Generals und die sächsischen Radebeul Suburbian Foxes. Die auf diesen Geläuf unerfahrenen Foxes machten ihre Aufgabe bis zur Halbzeit recht ordentlich und unterstrichen nochmals nachhaltig die tollen Leistungen aus der abgelaufenen Saison, konnten sich aber gegen die eigentümliche Spielweise der Göttinger nicht wirklich durchsetzen.
Am Ende stand ein deutliches, vielleicht zu hohes 6:28 auf der Anzeigetafel und auch Göttingen stand nun mit einem Bein im Halbfinale.

Vor der ersten Showeinlage durch die kleinsten Cheerleader der Mountain Tigers, die Kitty Cats, durften die Wilhelmshavener noch mal ran und mussten sich dabei mit den Erfurt Indigos messen. Die Zuschauer sahen ein durch die Bank weg spannendes und ausgeglichenes Spiel, dass zu beiden Seiten hätte entschieden werden können.

Letzten Endes machten die Thüringer „Hallenneulinge“ aber einen Fehler mehr als die Buccaneers und unterlagen unglücklich 6:0. Wilhelmshaven hatte Platz 2 der Gruppe A erreicht und somit die Chance erstmals eine ordentliche Platzierung zu erzielen gewahrt.

Die zweite Hälfte der Gruppenphase wurde mit dem ersten Auftritt der Hamburg Ravens eingeläutet, die es nun mit den Radebeul Suburbian Foxes zu tun bekamen. Die Sachsen hatten bereits ihre Feuertaufe in der Halle gehabt, was man auch deutlich erkennen konnte. Hamburg spielte sehr sehenswert, hatte aber leichte Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit des Bodenbelages. Auch wenn das 24:6 zugunsten der Karl-May-Städter am Ende recht deutlich erschien, so ging es doch viel enger und ausgeglichener zu. Langeweile kam auch in diesem Spiel bei Niemandem auf.

Die fünfte Begegnung und damit das letzte Gruppenspiel der Gruppe A bestritten nun die Erfurt Indigos gegen die gastgebenden Bergtiger.
Die diesjährigen Repräsentanten des thüringischen Footballs spielten besonders in der Abwehr solide, hatten aber gegen die sehr erfahrenen Harzer kaum Möglichkeiten dies mit Punkten zu belohnen. Immer wieder musste das Angriffsrecht abgegeben werden.
Abgeklärter machten es hingegen die Tigers. Auf der Basis einer perfekt arbeitenden Abwehr, konnte Marvin Kellerhoff immer wieder die Angriffsreihe gut über das Feld bewegen.
Erst war es Andreas Kopytziok der zur 8:0 Führung in die Endzone lief, dann erhöhte Marcel Bremer mit seinem 2. Touchdown des Tages, zu dem wiederum Andreas Kopytziok die Extrapunkte beisteuerte.
Nun nahm Coach Jens Mollnau etwas Fahrt aus der Partie, in dem er mit einigen Spielzügen experimentierte. Den krönenden Abschluss und 22:0 Endstand erzielte Linebacker Johannes Herrschaft (#21), der nach einem Erfurter Fumble am schnellsten die Situation erfasste und den Ball über das halbe Feld in die Punkte trug.

Mit dem Aufeinandertreffen der Göttingen Generals und der Hamburg Ravens endete die Gruppenphase und die Plätze im Halbfinale waren endgültig bezogen. Anders, als im ersten Spiel der Hamburger, wo diese sich noch an die Begebenheiten in der Halle anpassen mussten, traten sie nun doch deutlich selbstbewusster und agiler auf.
Die Niedersachsen hatten alles andere als ein leichtes Spiel. Immer wieder hielten die Raben die Angriffsbemühungen der Generäle auf und erarbeiteten sich selbst Chancen das Spiel zu gewinnen. Doch die Routine zahlte sich auch in diesem ansehnlichen Wettstreit aus. Göttingen behielt die Oberhand und setzte sich nach dem 14:0 Endstand an die Spitze der Gruppe B. Hamburg blieb nur noch Gruppenplatz 3 und damit das Spiel um den 5. Platz.

In der nun folgenden Pause zeigte die Flag-Abteilung der Wernigeröder in einem Vorführspiel ihr Talent und Können, welches wie schon in der vorangegangenen Cheerleader-Präsentation mit viel Beifall honoriert wurde.

Nun war es Zeit mit der Zwischenrunde die abschließenden Highlights des Tages anzubahnen. Überkreuz zwischen den Gruppen Ersten und Zweiten musste nun entschieden werden, wer im Finale um den Titel spielt und wer sich maximal mit Platz 3 begnügen müsste.

Das erste der beiden Halbfinale fand zwischen den Harzer Bergtigern  und den Radebeul Foxes statt, und dadurch, dass sich beide Mannschaften aus der regulären Saison bereits sehr gut kannten, konnte ein tolles Spiel erwartet werden.
Körperlich ordentlich betont gingen beide Teams an die Arbeit und der Titelverteidiger legte vor. Gleich mit 2 schnellen Touchdowns durch Max Steuer (#80) stand ein gutes 12:0 Polster auf der Anzeigentafel. Wer nun dachte, die Vorentscheidung wäre da, der irrte.
Die Suburbian Foxes stemmten sich gegen eine drohende Niederlage und erzielten ihrerseits den 12:8 Anschluss.‘
Die Partie war also wieder offen und die Spannung war spürbar. Erst, als sich Andreas Kopytziok zu seinem 3 Touchdown zur Endzone der Gäste durchgearbeitet hatte, und Max Steuer den Pass für zwei Extrapunkte fing, gingen die Sachsen langsam in die Knie. 20:8 und die Zeit gegen sich, erhöhte natürlich den Druck auf die Füchse, doch es sollten keine Punkte mehr fallen. Mirza Kobilijakovic machte schließlich mit seinem 2.Touchdown für die Gastgeber den Sieg perfekt. 26:8 endete dieses Halbfinale zu deutlich, doch verdient.
Die Tigers hatten das Finale erreicht und die Radebeul Suburbian Foxes mussten ins Spiel um den undankbaren 3. Platz.

Es folgte nun die Begegnung der Göttingen Generals als Gruppensieger gegen den „Überraschungshalbfinalisten“ Jade Bay Buccaneers.
Zu Beginn des Turniers hätte niemand mit dieser Paarung gerechnet, doch die Wilhelmshavener hatten mit dem Erreichen dieses Semifinals eine echte Chance gewittert, nach 4 Brockenbowl-Teilnahmen eine sehr gute Endplatzierung zu erzielen.
So begannen sie auch sehr stark und konzentriert gegen die anfänglich überrumpelten Göttinger. Bis zur Halbzeit kämpften beide Teams auf Augenhöhe und ein Sieger stand lange noch nicht fest. Zu diesem Zeitpunkt dominierten beide Abwehrreihen das Geschehen.
Erst in Halbzeit 2 wendete sich das Blatt und es schien, als würden konditionelle Schwächen zu Nachlässigkeiten der Freibeuter führen. Die Südniedersachsen, die ihrerseits dadurch die Oberhand gewannen, spielten ihr System wie ein Uhrwerk weiter.
Touchdown um Touchdown überrannten sie nun ihren Gegner, der sich am Ende 30:8, unverdient hoch aber doch erwartungsgemäß, geschlagen geben musste. Finaleinzug für Göttingen und die Chance auf Platz 3 für Wilhelmshaven lautete das Fazit.

Um den Halbfinalisten eine Pause zu gönnen kam es nun in der Runde der Platzierungsspiele zu Partie Erfurt Indigos gegen die Hamburg Ravens.
So, wie es in einem attraktiven Turnierverlauf auch immer sein sollte, kam jetzt die erste von 3 äußerst spannenden und bis zum Schluss offenen Begegnungen. Es ging mit offenem Visier zwischen den beiden Kontrahenten munter hin und her.
Die Erfurter gingen in Führung, doch die Ravens konterten mit einem Touchdown und dem geglückten Extrapunktversuch. 6:8 stand es zur Halbzeit und so ging es wieder ohne erkennbare Vorteile für eine der beiden Mannschaften weiter.
Letzen Endes gelang den Hamburg Ravens dann doch der entscheidende Touchdown mit Extrapunkten zum 16:8 Endstand. Die Zuschauer waren begeistert.

Es folgte die letzte größere Pause mit einem Auftritt der Wernigeroder Cheerleader. Die Tabby Cats, Alter zwischen 12 und 16 Jahren, und die Cats of Pray zeigten ein phänomenales Programm und ernteten auch verdient den Beifall der Zuschauer.
Mit beeindruckenden Figuren  und Stunts stimmten sie das Publikum auf die letzten beiden Spiele ein.

Die Verlierer der Halbfinale Radebeul und Wilhelmshaven standen in Punkto Spannung und Ausgeglichenheit der Vorgänger-Partie in Nichts nach. Keine der beiden Mannschaften konnten sich echte Vorteile herausarbeiten und das Angriffsrecht wechselte ständig die Seite. Als Erste gingen die Sachsen in Führung , doch fast im Gegenschlag glichen die Jade Bay Buc’s zum 6:6 aus. Sehenswerte Läufe und tolle Pässe waren zu bestaunen, doch Punkte blieben Fehlanzeige. In der zweiten Hälfte war es dann wohl wieder konditionell bedingte Anfälligkeit der Niedersachsen, die das Zünglein an der Waage in Richtung der Foxes ausschlagen ließ.
Sage und schreibe 3 Safeties durch die Defense der Radebeuler führten zum 12.6 Endstand, in einer Begegnung, in der beiden Offensereihen keine Möglichkeiten geboten wurden.

Den Abschluss des überaus gelungenen Turniertages bildete dann, wie gehofft und durch die Hallenerfahrung beider Teams erwartete Begegnung zwischen den Wernigerode Mountain Tigers und den Göttingen Generals. In diesem Klassiker des Hallenfootball kann nie im Vorfeld gesagt werden, wer am Ende siegreich sein wird, und allein dieser Umstand erzeugte schon Spannung im Publikum.
Das Angriffsrecht erhielten die Gastgeber als erste. Coach Jens Mollnau stellte in Absprache mit Coach Mark Garza die komplette Offense-Strategie um, so dass den Göttingern die Beobachtungen aus den vorangegangenen Spielen wenig nutzen sollten. Der Plan ging auf. Gleich im ersten Drive überquerten die Tigers durch tolle Laufspielzüge das Feld, um dann durch einen präzisen Pass von Marvin Kellerhoff auf Max Steuer mit 6:0 in Führung zu gehen.
Nun brandete das Spiel hin und her. Im Gegenzug gelang den Göttingern mit einem 3-Yard Pass die Harzer zu überraschen und den Ausgleich herzustellen. Spannung pur. Konzentriert bis in die Zehenspitzen gab keine der Mannschaften nach, oder erlaubte es dem Gegner Vorteile zu erarbeiten.
Erst in Halbzeit 2, öffnete die Offenseline, wie aus dem Nichts eine riesige Lücke auf der rechten Seite, und Andreas Kopytziok nutzte diese. Er sprintete an Freund und Feind vorbei über das gesamte Spielfeld und markierte das 12:6 für die Titelverteidiger. Die Extrapunkte blieben auch dieses Mal aufgrund der starken Göttinger Abwehr aus.
Die Generals hatten nun die Zeit gegen sich und setzten alles daran, den Ausgleich und mit Zusatzpunkten den Sieg zu erzielen. Mit Mann und Maus wurde geblockt und Lücken aufgeschoben. Die nun etwas hektischere Schlussphase brachte den Tigers noch einige Strafen und Göttingen stand vor der Endzone.
Wenige Sekunden vor Schluss war es wieder ein kurzer Pass der den Ausgleich bedeutete.  Doch eine Flagge auf dem Spielfeld gegen Göttingen machte diesen zunichte. Noch einmal hatten die Generals die Möglichkeit. Wieder wurde der Ball über die Tigers hinweg in die Arme eines Göttinger Receivers befördert, doch noch bevor er zum Touchdown in der Endzone landen konnte, wurde er von Johannes Herrschaft mit Unterstützung von Christof Hannig ins Aus geblockt.
Incomplete Pass zeigten die Schiedsrichter. Die Uhr lief aus und ganz Wernigerode jubelte wie wild.

Zum 3. Mal hatten damit die Tigers ihr eigenes Turnier gewonnen. Grenzenlose Freude herrschte dann natürlich auch während der Siegerehrung, die durch den diesjährigen Schirmherrn und Sportbeauftragten des Landkreis Harz Herrn Senge vorgenommen wurde.

Am Ende zeigten sich die Veranstalter, aber auch die Teams und Fans sehr begeistert von der gesamten Veranstaltung. Sowohl in sportlichem als auch im organisatorischen Bereich stellte die 17. Auflage des Brockenbowl ein absolutes Highlight im deutschen American Football dar.

Stimmen nach dem Turnier:

Ehrung kam für mich völlig unerwartet, sie gebührt dem ganzen Team.
Wir waren das erste Mal dabei. Obwohl wir mit den wenigsten Spielern antraten, haben wir unser Bestes gegeben und gut mitgehalten. In Thüringen ist das Interesse am American Football deutlich geringer.“

Andreas Kopytziok

Andreas Kopytziok (Mountain Tigers): „Es war ein super Turnier mit einem echten Herzschlagfinale.
Dass mir der entscheidende Touchdown gelang, ist neben- sächlich. Der Turniersieg ist der Lohn für die gute Arbeit der gesamten Mannschaft.“

Dr. Christian Gottwald

Dr. Christian Gottwald (Präsident Mountain Tigers): „Ich habe mich über das Turnier besonders gefreut, zum einen wegen des gut besetzten Teilnehmerfeldes, zum anderen wegen der sehr guten Zuschauerresonanz.
Die Harzlandhalle war gut gefüllt, es herrschte eine tolle Stimmung. Dass wir das Turnier gewonnen haben, war das Tüpfelchen auf dem i, obwohl das nicht unser vorrangiges Ziel war.
Die Mannschaft sollte nach der erfolgreichen Saison einfach nur Spaß haben.“